Tutzelinga

nantten die Römer den kleinen Marktflecken in Oberbayern, der heute Tüßling heißt und in dem ich Jahre meiner Kindheit und Jugend verbrachte.

Wer nach Jahrzehnten einmal wieder nach Hause kommt, sieht die Dinge mit anderen Augen. Man kann seine Erinnerungen reflektieren.

 

Mein Elternhaus, hinter dem ein Wald beginnt, der mir damals unendlich groß erschien und in dem ich mir im Wipfel einer dicken Fichte ein Brett installierte, das noch 20 Jahre nach meinem Fortgang zu sehen war. Von dort oben konnte ich auf die Lichtung blicken und mich in die Ferne träumen.

Es gibt ein Schloß, damals ziemlich heruntergekommen, in dessen Zwiebeltürmen wir Jugendlichen herumkrochen. Immer in der Angst, vom Verwalter erwischt zu werden.

Heute ist das Schloss renoviert, bewohnt und Ort jährlicher, im ganzen Land bekannter Pflanzenmärkte.


 Auch die Marktkirche mit dem hl. St. Geort, dem Drachentöter, zeigt sich heute herausgeputzt. Ein Ort, mit zwiespältigen Erinnerungen.

Von dem roten Gebäude rechts führte ein unterirdischer Gang etwa zwei Kilometer weit bis zu einer Burg, die es längst nicht mehr gibt. Schauergeschichten von Mönchen, von Verbrechern, von Klosterfrauen hörten wir in unserer Kindheit und waren begeistert.

 

So viele Geschichten spült eine Reise in die Vergangenheit wieder an die Oberfläche...

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

Kommentar schreiben

Kommentare: 0