Gedankenkino

nannte Georges Simenon einmal das, was er noch, als er schon im Rollstuhl saß und nicht mehr schreiben konnte, tat: In Gedanken auf Reisen gehen.

Ist das nicht die totale Freiheit? Orte, Menschen, Begebenheiten aus der Vergangenheit heranholen, Neues denken und durchdenken, die letzten Winkel der Erde erkunden, Abenteuer bestehen, sich in die Zukunft beamen...

Ich weiß, dass die Bilder, die uns täglich überschütten, vieles von den Gedankenbildern überschreiben, ja, oft kommen wir vor lauter Berichten, Reportagen, Features über Länder, Menschen, Abenteuer nicht dazu, selbst auf Reisen zu gehen, uns etwas vorzustellen. Wer heute irgendwohin reist, weiß meistens, was ihn erwartet. Schade eigentlich. Gibt es noch so etwas wie den Reiz des Unbekannten, die Vorfreude?

Warum reist man, wenn man schon alles weiß?

 

Ich leiste mir mit Monsieur Simenon ab und zu das Vergnügen, Gedankenreisen zu unternehmen und bunte Luftballons steigen zu lassen.

(Simenon - wer´s nicht mehr weiß - war der Autor des legendären Kriminalkomissars Maigret.)

Die Gedanken gehen auf die Reise
Die Gedanken gehen auf die Reise
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