Sehnsucht

 

Der Wald steht schwarz und schweiget

und aus den Wiesen steiget

der weiße Nebel wunderbar.

 

So heißt es in dem Gedicht von Matthias Claudius, der Ende des 18./ zu Anfang des 19. Jahrhunderts lebte. Es war literarisch die Epoche der Romantik, die als Antithese zu Klassik und zur Aufklärung verstanden werden kann, weil man sich in einer ausschließlich von der Vernunft bestimmten Welt nicht wohl fühlte.

Die Romantiker sehnten sich nach dem Unbekannten, dem Nebelhaften, dem Abenteuer, suchten in der Natur und im Reisen etwas, das wir heute vielleicht mit dem neumodischen Begriff der Selbstverwirklichung bezeichnen würden.

Die „Blaue Blume der Romantik“ gilt als Sinnbild solcher Sehnsucht.

Eine ganze Reihe der Romantiker schrieb „Reiseliteratur“, Lyrik und Prosa, die sie in einer Universalpoesie vereinen wollten.

 

Was hat das alles mit unseren Reisemotiven zu tun? Warum reisen wir? Aus geschäftlichen Gründen, Erholung, Ausspannen, Sonne, Spaß haben, Abenteuer, andere Länder, Menschen, Sitten und Gebräuche kennenlernen oder einfach nur „Tapetenwechsel“?

Ich glaube, man könnte eine lange Liste von Reisemotiven notieren.

 

Aber ist der tiefere Grund allen Reisens nicht eine „Sehnsucht nach dem ganz anderen“? Sind wir vielleicht alle irgendwie "Romantiker"?

 

Ich will einmal nachdenken darüber.

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