Missverständnis

In meinem Blog Ästhetik des Zerfalls habe ich davon geschrieben, daß auch der Blick auf den Zerfall uns die Augen öffnen könne, für die Schönheit und Einzigartigkeit der Welt.

Etliche E-Mails haben mich erreicht, die sich gegen diese Ansicht wehren. Ich solle aufhören, mir die Welt schön zu reden. Es sei eine ungeheure Tragödie, daß die Welt und das Leben zerfalle, daß gerade heute angesichts der weltweiten Kriege, des fatalen Rassismus, der Verblendung religiöser Fanatiker, der brutalen Niederdrückung von Menschen und Meinungen, der rücksichtslosen Zerstörung der Natur etc. die Menschheit auf einen "Point of no return" zusteure, in dem die Welt im Chaos ende. Was soll daran noch ästhetisch sein, wurde gefragt.

Jedem einzelnen der Argumente kann ich zustimmen. Aber wenn irgendwo ein Sinn hinter allem stecken sollte (was auch ich immer mehr zu bezweifeln beginne), dann ist der Blick auf das Vergehende, auf den Zerfall auch so etwas wie Trost und Mahnung zugleich.

Nichts weiter wollte ich dagen.


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