Outdoor in Skandinavien

 

 Vier Wochen mit einem alten umgebauten Citroen Jumpy unterwegs. Eine eindrucksvolle Reise.

  Aber der Reihe nach: als unser alter Firmenwagen auf´s Altenteil gehen sollte, was nichts anderes heißt als Verkauf oder im schlimmsten Falle Schrottplatz, entschloss ich mich, das Fahrzeug ein wenig aufzupeppen. Ich baute zwei Sitzbänke mit Unterschrank ein, besorgte mir von einem ausrangierten Camping-Kombi ein Tischuntergestell, das sich auf einfache Weise auf Höhe der Sitzbänke absenken ließ und verkleidete die nackten Blechinnenwände mit selbstklebenden Fliesen.

 Eine Tischplatte wurde aufgeschraubt und fertig war der Umbau.

 

 Durch das Absenken des Tisches hatte ich eine durchgehende Liegefläche, die lediglich noch ein wenig verlängert werden musste, damit es sich bequem schlafen ließ. Nach einigem Herumexperimentieren mit Holzplatten, kam ich auf eine einfachere Idee.: ich kaufte zwei große Aluwerkzeugkisten im Baumarkt, schraubte je zwei Leisten darunter, damit ich die gleiche Höhe wie die Sitzbänke erreichte – ja, und das war´s.

 

 Ausreichend Stauplatz war vorhanden und durch die Alukisten, die sich je nach Bedarf verschieben oder stapeln ließen, gab es genügend Freifläche, um bequem aus- und einzusteigen und Regentage im Auto verbringen zu können.

 

Ein entscheidender Vorteil der ganzen Sache war, dass der Citroen Jumpy nicht als Wohnmobil erkannt wurde (im hinteren Teil, der ehemaligen Ladefläche, gab es keine Fenster) und unser Auto von der Größe her durch alle Höhenbegrenzungen passte, für die richtige Wohnmobile zu hoch waren.

 

Im Gelände und auf Wegen und Pisten konnten wir uns bewegen, wo kein Wohnmobil jemals fahren würde. So haben wir die idyllischsten und einsamsten Plätze gefunden, die nur uns gehörten.

 

Das Jedermannsrecht in Schweden, Finnland und Norwegen machte die Sache nicht allzu schwierig. Manchmal, wenn wir einen Platz entdeckt hatten, der in der Nähe einer Bebauung lag, genügte oft eine Frage und wir erhielten die Erlaubnis, eine Nacht dort zu verbringen.

 

Nicht nur die Unkompliziertheit der Menschen im Norden ist es, die uns immer wieder dorthin zieht, sondern ganz besonders die grandiose Landschaft. Vier Wochen haben wir uns mit unserem Schneckenhaus in der Natur bewegt, haben aus glasklaren Bächen und oft sogar aus Seen unseren Wasservorrat aufgefrischt, gebadet, unsere Wäsche gewaschen, uns vollkommen frei in der Natur aufgehalten,Wanderungen unternommen oder einfach mit einem Glas Wein die Seele baumeln lassen.

 

Gekocht haben wir auf einem expeditionserprobten Spirituskocher, der auch bei starkem Wind noch funktioniert, geschlafen auf sich selbst aufblasenden Matten, die auf die Liegeflächen im Auto gelegt wurden und eingekuschelt in unsere Schlafsäcke.

 

Einfaches Leben, Erholung pur. Und Besinnung darauf, wie wenig man eigentlich braucht und mit wie viel Zivilisationsmüll wir uns zu Hause oft umgeben. Back to the roots.

 

Auch eine Erfahrung.

 

 

 

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